Bodenrichtwert einfach erklärt: Bedeutung, Stichtag, Richtwertzone und Grenze zum tatsächlichen Kaufpreis beim Grundstückskauf.
Der Bodenrichtwert ist ein amtlicher durchschnittlicher Lagewert für den Boden innerhalb einer Richtwertzone. Er hilft bei der ersten Orientierung, ist aber kein verbindlicher Kaufpreis für ein einzelnes Grundstück.
Zuletzt aktualisiert am 18.05.2026 · Letzte fachliche Prüfung am 18.05.2026
Kurzüberblick
Der Bodenrichtwert zeigt, welches Wertniveau der zuständige Gutachterausschuss für eine abgegrenzte Zone aus Kaufpreisen und Lageeinflüssen ableitet. Er wird in Euro je Quadratmeter angegeben und immer mit einem Stichtag veröffentlicht.
Für Käufer ist der Wert besonders nützlich, wenn ein Angebot schnell eingeordnet werden soll. Auf der Bodenrichtwert-Übersicht sehen Sie, welche amtlichen Quellen bereits live ausgewertet werden und wie viele Richtwertzonen pro Region vorliegen.
Rechts- und Datenbasis
§ 196 BauGB, § 13 ImmoWertV
Der Bodenrichtwert beschreibt ein durchschnittliches Bodenwertniveau in einer Richtwertzone. Er bezieht sich auf ein typisches Grundstück dieser Zone und wird meist in Euro je Quadratmeter angegeben. Maßgeblich sind die Kaufpreissammlung und die Auswertung des Gutachterausschusses.
Der Wert ist deshalb ein Orientierungsmaß, kein automatischer Preis. Ein konkretes Grundstück kann größer, schlechter geschnitten, anders erschlossen oder planungsrechtlich anders nutzbar sein als das typische Richtwertgrundstück.
Bodenrichtwerte gelten immer für einen bestimmten Stichtag. Wenn Sie zwei Gemeinden vergleichen, sollten Sie deshalb nicht nur den Eurobetrag, sondern auch den Stichtag prüfen. Ein 2024er Wert und ein 2026er Wert sind nicht automatisch gleich aktuell.
Ebenso wichtig ist die Richtwertzone. Innerhalb einer Gemeinde können Wohnbauflächen, Mischflächen, Gewerbeflächen oder Sonderlagen unterschiedliche Werte haben. Ein Gemeinde-Median ist nur eine verdichtete Übersicht, nicht die Detailzone eines einzelnen Flurstücks.
Der tatsächliche Kaufpreis entsteht aus Angebot, Nachfrage, Grundstückszuschnitt, Erschließung, Baurecht, Lasten und Verhandlung. Auch Altlasten, Baulasten, Hochwasserhinweise oder fehlende Zufahrt können den Preis stärker beeinflussen als der reine Richtwert.
Für eine erste Einordnung können Sie den Richtwert mit der Grundstücksfläche multiplizieren. Danach sollten Sie die Abweichungsgründe prüfen. Die Seite Grundstückswert ermitteln zeigt, welche Faktoren Sie ergänzen sollten.
Wichtige Grenze
Der Bodenrichtwert ist der sauberste öffentliche Einstieg in die Preisprüfung eines Grundstücks. Belastbar wird die Einordnung aber erst, wenn Stichtag, Richtwertzone, Nutzungsart und konkrete Grundstücksmerkmale gemeinsam betrachtet werden.
Sie möchten ein Angebot einordnen?
Bodenrichtwert oder Verkehrswert? Der eine ist ein zonaler Lagewert je m², der andere der Marktwert eines konkreten Grundstücks — Unterschiede und wann Sie welchen brauchen.
Wie der Gutachterausschuss den Bodenrichtwert ableitet: Kaufpreissammlung nach § 195 BauGB, Richtwertzonen, typisches Bodenrichtwertgrundstück nach § 13 ImmoWertV, Stichtag und Veröffentlichung über BORIS.
Gegen den Bodenrichtwert selbst gibt es kein direktes Rechtsmittel. Anfechtbar ist der Steuerbescheid, in den er einfließt. Wege, Fristen (§ 355 AO), Nachweis des niedrigeren Werts (§ 198 BewG) und wann sich der Aufwand rechnet.
Aktuelle Bodenrichtwerte & Grundstückspreise Deutschland 2026: Median 250 €/m² aus 175.047 Wohnzonen über 15 Bundesländer. Stichtage variieren.
Bodenrichtwert kurz
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